Hingabe

Wenn wir im Chakren-Kurs über das 6. Chakra sprechen, dann sprechen wir auch über das Schlüsselwort „Hingabe“. Hingabe im spirituellen Sinn beinhaltet viele Aspekte. Unter anderem „sich etwas Größerem hingeben“ und „aufgeben von Widerstand“.  Deswegen kann Hingabe ein Weg sein, um mit der Situation und den Gefühlen umzugehen, die durch die Corona-Pandemie ausgelöst werden. Es trifft sicher für die meisten von uns zu, dass wir uns vor dieser sogenannten Corona-Zeit im allgemeinen sicherer gefühlt haben. Die Risiken des Lebens schienen etwas überschaubarer zu sein. Und jetzt beschleichen uns grundsätzliche Zweifel und Ängste.

Die Aspekte des 6. Chakras betonen das geistige Prinzip (Himmel) gegenüber dem materiellen und körperlichen Prinzip (Erde). Da wir einen göttlichen Funken in uns tragen, sind wir Teil der geistigen Welt – geistige Wesen, die für eine begrenzte Zeit eine körperliche Erfahrung machen und einen Körper haben. Und die irdische Erfahrung beinhaltet Leid. Wir alle teilen daher auch die Angst vor Schmerzen, vor emotionalen Krankheiten und vor dem Tod. Was hat das jetzt mit Hingabe zu tun?

Aus der Sicht unseres größeren Bewusstseins, unseres geistigen Seins (in das wir mit Hilfe der Meditation eintauchen und in bewusste Verbindung kommen können), ist die Frage, welche Qualität sich in einer Situation wie der jetzigen entwickeln lässt. Folgen wir der Angst und suchen wir ausschließlich körperlichen und materiellen Schutz, werden wir womöglich erleben, dass die Situation größer und stärker ist, als unsere Schutzversuche. Letztlich ist dies ein normaler Lebensprozess.  Irgendwann werden wir alle von etwas überwältigt, spätestens vom Tod. Und was bleibt uns dann? Oder, wie eine Freundin kürzlich immer wieder fragte: was ist wesentlich?

Meine persönliche Haltung ist deshalb – und es ist auch das, was mir selbst Halt gibt – dass es hilfreich ist, bewusst Verbindung zu unserem geistigen Sein aufzunehmen. Es gibt ein geflügeltes Wort: „Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.“* Darin stecken für mich die Qualitäten von Hingabe und Vertrauen. Wenn die Situation nicht durch eigenes Handeln verändert werden kann und wenn ich alles getan habe, um bestmöglich für mich und die Menschen um mich herum damit umzugehen – dann versuche  ich, meine Angst und meine Besorgnis loszulassen und wende mich vertrauensvoll in der Meditation der Quelle von Liebe und Weisheit zu.

Durch diese bewusste Lenkung unserer Aufmerksamkeit in der Meditation entziehen wir der Angst den Nährboden, weil das Bewusstsein auf etwas anderes (aus)gerichtet wird. Und mit etwas Übung entsteht noch mehr. Schritt für Schritt erschließt sich eine andere Dimension des Seins. Auch wenn alle äußeren Bedingungen gleich bleiben wandelt sich die Art, wie wir unser Leben erleben und bekommt eine ganz neue Qualität. Die Qualität von Hingabe. Hingabe an das, was ist. Hingabe an das Leben und den stetigen Strom des Wandels. Letztlich Hingabe an ein göttliches Prinzip, das wir mit dieser Haltung auch anerkennen und dem wir uns „beugen“. Durch das Anerkennen der eigenen Begrenztheit erschließen wir uns die Verbindung zum Göttlichen. Der Fokus unseres Lebens verschiebt sich vom „haben“, „darstellen“, „tun“ und „besitzen“ zum Sein. Wir erleben die unzerstörbare Quelle unseres Selbst und damit das göttliche Prinzip in uns. Der Blick auf unser Leben wird ein Blick auf die Reise unsers Bewusstseins im Rahmen dieser begrenzten materiellen Welt. Den Versuch aufzugeben, etwas zu kontrollieren, was wir nicht kontrollieren können (nämlich das Leben selbst), setzt unsere Kraft und unsere Energie frei, um hingebungsvoll im Strom des Lebens unsere ureigenen Qualitäten zu entfalten und zum Ganzen beizutragen, ohne uns in der Angst zu verlieren.

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„Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand, die er zum Heil uns allen barmherzig ausgespannt.“ Ist die erste Strophe eines Liedes, das Arno Pötzsch 1941 geschrieben hat. Er war damals als Marinepfarrer in Holland stationiert und leistete unter anderem Soldaten, die zum Tod verurteilt waren, geistlichen Beistand.

Wer zum Licht will, reist durch den Schatten

Schattenarbeit ist eine Schatzsuche. In der Chakren-Meditation sehen wir vor unserem inneren Auge das Licht und lassen uns davon erfüllen. Das fühlt sich in der Regel gut an und hat viele positive Auswirkungen auf unsere Psyche, auf das Niveau der Stresshormone und unser Immunsystem. Aber was ist mit dem Schatten? Hätten wir am liebsten keine “Schattenseiten”? Was soll “Schatten” überhaupt bedeuten?
Es gibt zwei übliche Assoziationen: In Hollywood-Filmen, in unserer Alltagswahrnehmung, in vielen Geschichten ist der Schatten, das Dunkle, das Unheimliche ein Ausdruck für Gefahr oder noch schlichter: das Böse. Für Etwas, das wir nicht haben wollen, vor dem wir uns schützen müssen oder das es zu bekämpfen gilt.
Die allgemeinere Bedeutung ist schlicht, dass “Schatten” für etwas steht, das für uns nicht im Licht unseres Bewusstseins fassbar ist. Etwas, das wir nicht richtig erkennen können und das uns daher verunsichert. Etwas, das “un-bewusst” ist oder im “Unter-bewusstsein” liegt. Kollektiv aber auch in jedem Einzelnen von uns.

Die Arbeit mit dem Schatten gleicht einer Schatzsuche

Und da liegt so einiges. Die Arbeit mit dem Schatten ist eigentlich eine Schatzsuche. Denn alles, was uns im Wesenskern ausmacht und was wir abgelehnt und verdrängt haben kostet uns Energie. Die darin enthaltenen Qualitäten können nicht lebendig werden und statt sich segensreich zu entfalten rumoren sie im Untergrund und zeigen sich in Symptomen, Hemmungen, Ängsten und Blockaden. Es braucht Mut, nicht mehr davor wegzulaufen, sondern sich aufrecht den eigenen Schatten zu stellen. Es ist die uralte Held*innenreise. Der uralte alchemistische Prozess, aus Profanem Gold zu machen. Es ist die Entdeckungsreise in die Welt der eigenen Potentiale und ihrer Entfaltung. Deine ganz persönliche Schatzsuche.

Früh Verdrängt und lebenslang Programm

Psychologische Studien gehen davon aus, dass bis zu 95 Prozent unseres Handelns von unbewussten Annahmen und Glaubensmustern geprägt sind. Und davon wiederum sind bis zu 70 Prozent negativ, so dass sie uns eher behindern als fördern.
Bis zum 7. Lebensjahr ist unser Gehirn überwiegend in einer eher langsamen Schwingung (Theta). Im Theta-Zustand, der z.B. auch in der Hypnose und bei verschiedenen anderen (psycho-)therapeutischen Interventionen genutzt wird, sind wir sehr offen und unser Gehirn entwickelt Vernetzungen, die dazu dienen, dass wir uns optimal an die jeweils vorgefundenen Umgebungsbedingungen anpassen. Das ist einerseits genial. Und andererseits lernen wir in dieser Zeit u.U., bestimmte Gefühle, Eigenschaften und Fähigkeiten “in die dunkle Ecke” zu stellen, als Schatten abzulehnen und möglichst zu ignorieren, weil sie nicht in das Bild unserer Umgebung passen. Und weil das Erleben u.U. zu schmerzvoll ist.

Ein (vereinfachtes) Beispiel: Ein Kind ist sehr sensibel und wird für seine Empfindungsfähigkeit immer wieder beschämt. “Du bist viel zu empfindlich. Jetzt heul’ doch nicht bei jeder Kleinigkeit gleich los.” Seine Sensibilität wird bei jeder Gelegenheit lächerlich gemacht. Was passiert im ungünstigsten Fall: Für das Kind ist seine Sensibilität eine Bedrohung. Es wird alles dafür tun, stark und unberührbar, cool und souverän zu sein.

Schattenarbeit heisst: Licht ins Dunkel scheinen zu lassen

Das Kind kann entweder zu einem emotionsarmen Erwachsenen werden. Ein Technokrat, der emotionale Berührung völlig ablehnt. Oder es kann seine besondere Empfindungsfähigkeit zulassen und z.B. extrem einfühlsam sein und damit auch andere Menschen berühren und mit sich selbst in Kontakt bringen.
Was liegt also in unserem Schatten verborgen. Was macht uns da so viel Angst? Gefühle und Fähigkeiten, die wahre Schätze unserer Persönlichkeit sein können, die es zu heben gilt. Wenn wir unsere Schatten “erlösen”, wenn wir unsere Angst überwinden, dann können wir heilen und die abgespaltenen Anteile integrieren. Sie sind sowieso in uns. Die Frage ist nur, ob wir sie lebendig werden lassen, oder ob wir unsere Energie dafür verwenden, sie abzulehnen und aus unserem bewussten Leben fern zu halten. Wenn sie ans Licht kommen, kann dies ein anstrengender Prozess sein. Aber wir werden belohnt mit einem tiefen Gefühl des inneren Friedens.

Was sagt Deine Seele (in Zeiten von Corona)?

Wer hat bei der weltweiten Corona-Pandemie nicht das Bedürfnis, das Geschehen unter Kontrolle zu bringen? Wäre es nicht schön, wir könnten die Uhr zurückdrehen auf die Zeit vor Corona? Außer Abstand zu halten lässt sich derzeit für die meisten von uns nicht viel tun. Aber wir müssen auch nicht ständig gebannt wie Kaninchen auf die Corona-Schlange starren. Wir können auch der eigenen Seele lauschen.

Für Viele heißt es jetzt: zur Ruhe kommen. Den heilsamen Weg zur eigenen Seele finden. Hinter all der Veränderung, hinter allem Chaos und jenseits der Angst liegt ein tiefer Friede – unser Zuhause. Wie viele andere Menschen auch, suche ich derzeit den Weg dorthin, den Weg zu meiner Seele. Welche Botschaft liegt hinter den Veränderungen. Was soll ich loslassen? Worauf kommt es an? Was ist der nächste Schritt?

Der eigenen Seele lauschen
Zur Ruhe kommen

Um der eigenen Seele zu lauschen hilft eine tiefe Meditation. Wenn wir am ruhigsten und hellsten Ort in uns angekommen sind, wenn wir im Licht aufgehen, kommen Bilder, Hinweise und Botschaften unserer Seele. Ihnen zu folgen heißt, dem Alleinen-Sein zu vertrauen.

Woher weiß man, ob man im Licht ist? Es herrscht großer Frieden, Freude und Geborgenheit. Wir spüren, dass wir uns innerlich mit unserem ganzen Sein auf neues Terrain begeben (können). Wir müssen dafür unsere Gewohnheiten hinter uns lassen. Zum Beispiel den Drang, schnell die Dinge (er-)klären zu wollen. Den Drang, wegzulaufen. Den Drang, sich von der Krise abzuschotten und zu betäuben (mit Essen, Arbeit, Fernsehen, Drogen jeder Art). Schlicht den Drang, so zu reagieren, wie wir es bisher getan haben.

Neue Wege gehen

Den eigenen Mustern nicht zu folgen aber noch keinen Plan, buchstäblich nicht die kleinste Ahnung zu haben, was nun kommen könnte, kann sich auch mal unangenehm anfühlen. Öffne Dich im Licht so behutsam und weit, wie Du kannst. Lote Deine Grenzen aus. Bleibe ruhig. Beobachte die Gefühle und die Körperempfindungen, wenn eine Gewohnheit wieder übernehmen will. Lass es vorbei gehen und konzentriere Dich ganz auf das Vertrauen ins Licht. Auf das für Dich Neue – das Du schon ewig kennst. Etwas in Dir weiß genau, wohin die Reise geht. Es geht nach Hause. Sträube Dich so wenig wie möglich – aber bleibe einfach ruhig, wenn es doch passiert. Entspanne Dich ins Licht.

Aus Nicht-Wissen kann etwas ganz Neues geboren werden

Im Licht können wir vertrauensvoll zulassen, dass wir ratlos sind, dass wir nicht wissen was kommt, dass wir nicht wissen, wie es weitergehen soll. Und nach einer Weile wird aus dem Nicht-Wissen etwas ganz Neues geboren werden und sich in der Welt manifestieren. Dein Licht wird gebraucht in der Welt!
Was sagt Deine Seele?

Meditationen bieten den Rahmen für innere Einkehr. Wenn Du nicht ganz alleine beten oder meditieren möchtest oder gerne geführt wirst, gibt es hier noch drei kostenfreie Vorschläge.

Gedanken erschaffen die Realität

Das Wissen der östlichen und westlichen spirituellen Lehren und die Erkenntnisse der modernen Physik und Bewusstseinsforschung treffen mittlerweile zum Teil identische Aussagen. Die einen aus der Erfahrung heraus schon seit hunderten, gar tausenden von Jahren. Die anderen nähern sich mit dem Verstand und auf wissenschaftlich nachvollziehbare Weise seit dem letzten Jahrhundert an. Doch egal wo man herkommt Fakt ist: Alles steht mit Allem in Wechselwirkung. Was wir wahrnehmen und erleben ist nicht nur das, was wir passiv erfahren. Wir haben zuvor auch dazu beigetragen, dass es überhaupt physisch existiert!
Die Erkenntnisse zu unserem Bewusstsein sind bahnbrechend und rütteln an tiefsten Überzeugungen, Denkgewohnheiten und als Folge auch daran, wie wir uns selbst, unsere Mitmenschen und Mitgeschöpfe sowie die Umwelt sehen. Dieses noch relativ neue Wissen ist gleichermaßen faszinierend wie überwältigend. Und es ist meiner Überzeugung nach der Weg, der uns helfen wird, mit den massiven Problemen unserer Zeit umzugehen und sie zu meistern. Also sollten wir es kennenlernen und zum Wohle Aller nutzen!

Die Realität ist nicht so einfach Realität wie wir das im Allgemeinen wahrnehmen und daher auch glauben. Der amerikanische Quantenphysiker Fred Allen Wolf geht soweit zu sagen: ” Alles, was Sie über das Universum und seine Gesetze gelernt haben ist zu 99,99 Prozent falsch.” Das gibt uns schon mal einen kleinen Eindruck davon, WIE umwälzend diese Erkenntnisse sind. Es übersteigt unseren Verstand – und darauf reagiert er meist beleidigt. Wer verliert schon gern die Kontrolle? Doch die Wissenschaft des subatomaren Bereichs lehrt uns: Bewusstsein und Materie interagieren miteinander. Wir bestehen mehr aus Raum oder Feldern denn aus Masse. Unsere elektromagnetischen Schwingungen sind die Impulsgeber für physische Aktionen und Reaktionen. Elektronen kommunizieren auf unvorstellbar komplexe Weise miteinander – und zwar alle, immer – von hier bis zum Ende des Universums. Die Quantenphysik ist eingetaucht in die Faszination der geistigen Welt…

Meine Religion besteht in einer demütigen Beziehung
zu einer unbegrenzten geistigen Macht,
die sich selbst in den kleinsten Dingen zeigt.

Albert Einstein, theoretischer Physiker