Menstruationsschmerzen aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin

Generell ist die Blickrichtung der Traditionellen Chinesischen Medizin auf den gesamten Menschen gerichtet. Also auf den ganzen Körper, aber auch auf Gefühle und geistige Aktivitäten. 
Statt das Symptom auf einen Körperteil zu reduzieren, wird es in den Zusammenhang gestellt mit der generellen Funktionsfähigkeit und dem (fehlenden) Wohlbefinden der Klientin. Im Gespräch, durch Beobachtung, Puls- und Zungendiagnostik ergibt sich ein Gesamtbild, ein Störungsmuster, das den Symptomen zugrunde liegt. Man spricht hier von Wurzel (Ben – Ursache) und Zweig (Biao – Folge). So spielen für die richtige Therapie z.B. nicht nur die menstruationsbegleitenden Schmerzen und Migräneattacken eine Rolle, sondern auch, ob die betroffene Frau eher schwitzt oder friert, ob sie auch unter trockenen Augen, Heißhungerattacken und Übergewicht leidet oder wie die Verdauung ist. Es geht also nicht nur darum, das Symptom zu beseitigen. Es geht darum zu verstehen, in welcher Form die Frau jeweils aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Und was es an der Wurzel braucht, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.
So werden Frauen mit „dem gleichen“ Problem-Zweig – nämlich monatlichen Schmerzattacken – je nach zugrundeliegendem Wurzel-Muster – mit ganz unterschiedlichen Kräuterrezepturen und Akupunkturverschreibungen behandelt.